Miami
Miami gehört zu den neuen Städten Amerikas. Erst 1896 wurden Miami die Stadtrechte zuerkannt. Seitdem ist die Metropole unglaublich schnell gewachsen.
Einer der Gründe für das Wachstum der Stadt Miami, die an der Atlantikküste Floridas liegt, ist das Glücksspiel. Außerdem folgte Miami dem in Amerika zu Beginn des 20. Jahrhunderts verhängten Alkoholverbot nicht und wurde zu einem der größten Drogenumschlagplätze Amerikas. Aus dem Drogenhandel stammt auch ein erheblicher Anteil der Mittel, die beim Wachsen von Miami verbaut worden sind.
Da die Entstehung der Stadt stark von Zuwanderung geprägt war, findet sich heute in Miami ein buntes Gemisch von Kulturen und Ethnien. Der Schwerpunkt der Herkunft der Einwohner von Miami liegt in Lateinamerika. Kleinere Bevölkerungsgruppen stammen aus Kuba, Westindien und aus europäischen Ländern. Auch indianische Gesichtszüge können einem hier gelegentlich begegnen. Diese Vielfalt ist einer der Gründe, dass die Stadt gleich drei Amtssprachen hat. Neben Englisch und Spanisch wird hier auch Haiti-Kreolisch gesprochen.
Freunde der Architektur kommen in Miami voll auf ihre Kosten. Für staunend aufgerissene Augen sorgt schon bei der Ankunft die Skyline der Stadt, die von unzähligen Hochhäusern geprägt ist. Dort gehen die mehr als fünfhundert Kirchen der Stadt fast völlig unter. Dabei sind diese architektonisch besonders interessant, denn hier kann man die traditionellen Bauweisen von mehr als dreißig verschiedenen Konfessionen bewundern.
Ein großes Problem der Stadt ist die Kriminalität. Der entsprechende Index liegt fast beim Dreifachen dessen, was für die Vereinigten Staaten insgesamt eingeschätzt wird. Einen richtigen Schub bei der Kriminalität verzeichnete man 1980, als unzählige Exilkubaner nach Miami kamen. Das muss nicht wundern, denn der damalige kubanische Landeschef Fidel Castro schob auch mehr als 5000 Schwerverbrecher ab, die sich ebenfalls ihren neuen Wohnsitz in Miami suchten. Auch die kolumbianischen Drogenbosse sorgten dafür, dass die Straßen von Miami in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts sehr unsicher waren. Vor allem die Stadtteile Homestead, Little Bogota und Little Haiti sowie Overtown und Naranjo sollte man besser meiden.
Obwohl Miami nach außen hin als Luxusstadt erscheint, gehört die Bevölkerung der Stadt größtenteils zu den armen Menschen Amerikas. Ein großer Teil der hier lebenden Menschen muss sich mit einem Einkommen unterhalb der Armutsgrenze durchs Leben schlagen. Noch schlechter präsentiert sich die Einkommenssituation in Amerika nur noch in Detroit und El Paso.
Dennoch ist die Stadt aus touristischer Sicht sehr interessant. Der Atlantik liegt unmittelbar vor den Toren der Stadt und so lässt sich der Badeurlaub in Miami Beach oder die Surfreise leicht mit dem abendlichen Vergnügen des Glücksspiels zusammen bringen. Innerhalb der Stadt findet man gute Erholungsmöglichkeiten in den vielen Parks und die Nähe zu den Everglades prädestiniert Miami als Ausgangspunkt für die aktive Erkundung der Region und unzählige Kreuzfahrten, die man von hier aus starten kann.
