Es waren die Engländer, die das Theater nach Jamaika brachten. Um das Jahr 1682 wurde durch sie das erste Theater in Spanish Town errichtet. In Port Royal und in Kingston folgten weitere Aufführungsstätten.
Leider handelten die Engländer nicht aus dem Gefühl heraus, etwas Gutes tun zu wollen, sondern ließen im wesentlichen wohlhabende weiße Landbesitzer in die Aufführungen. Später, Anfang des 19. Jahrhunderts, durften auch Sklaven in die Theater, allerdings nur in abgetrennten Zonen. Im auch heute noch berühmten Royal Theatre in Kingston gab es wegen dieser Trennung immer wieder Unruhen, sodass sie später aufgehoben wurde. Die nationalen Vorstellungen von Kultur in Jamaika nahmen immer mehr zu, Anfang der 1930er Jahre verstärkte sich der Einfluss afrikanischer Kultur. Der Autor Marcus Garvey schrieb Stücke, die große Teile der Bevölkerung ansprachen, und gründete das Kulturzentrum Edelweiß Park, in dem viele Aufführungen mit afrikanischer Thematik stattfanden. Später erfreute sich die pantomimische Darstellung immer größerer Beleibtheit. Anders als bei den Europäern wurde dabei auch mit Dialogen gearbeitet, oft wurden bei Improvisationen Teile des Publikums in das Spiel integriert. In den 60er und 70er Jahren waren die Theater Jamaikas sehr gut besucht, kultureller Hochbetrieb herrschte besonders in Kingston, wo sich unter anderem das Jamaican Theatre mit 1.750 Plätzen und das bekannte Ward Theatre befinden. In der heutigen Zeit haben es die Theaterbetreiber Jamaikas schwerer, genügend Publikum zu den Vorstellungen zu bekommen. Das liegt keinesfalls am mangelnden Interesse an Kultur, es hängt vielmehr mit der wirtschaftlichen Situation des Landes zusammen. Es gibt nur noch wenige professionelle Schauspieler, die meister Künstler müssen nebenbei andere Tätigkeiten ausüben. Der Staat unterstützt den Kulturbetrieb Jamaikas nach besten Kräften. So unterstützt er Schauspieler durch die University of the Westindies und das Institut of Jamaica, zudem ist die Ausbildung an der Dama Schools kostenlos. Es bleibt zu hoffen, dass Jamaikas Theater in Zukunft leichtere Zeiten vor sich haben.
-
News
- Phallusdominierter Skulpturenpark auf Jamaika zieht Besucher an
- Beliebter FKK-Urlaub im Inselparadies
- Black History Month der US-Botschaft beginnt auf Jamaika
- Lohnverhandlungen für den öffentlichen Sektor gefordert
- Jamaika strebt endgültige Unabhängigkeit an
- Neue Flugstrecke erleichtert Reise nach Jamaika
Themen
Fan werden!
Bilder
Videos
