Black River liegt an der Mündung, des gleichnamigen Flusses. Die Stadt hat ca. 4000 Einwohner, liegt im Südwesten Jamaikas und ist die Hauptstadt des Bezirks St. Elizabeth. Einst war Black River eine florierende Hafenstadt, doch heute ist sie ein Zentrum des Ökotourismus und Ausgangsort zum Treasure Beach Erholungsgebiet.
1781 landeten überlebende des Sklavenfrachters Zong in der nähe der Stadt. Kapitän Luke Collington hat 132 kranke und schwache Sklaven über Boot geworfen, um die Versicherung zu kassieren. Der Fluss wurde vor allem auch genutzt um Baumstämme zu transportieren, die von einem Hafen aus nach England verschifft wurden. Anfang des letzten Jahrhunderts war die Stadt vor allem für den Export von Zuckerrohr und Kampechholz bedeutsam. Die blühende Wirtschaft verschaffte der Stadt auch den ersten Stromanschluss auf der Insel. Das Waterloo Guest House in Black River war das erste Gebäude, was von diesem Anschluss 1893 profitieren konnte. Der Besitzer des Hotels war auch der erste Einwohner, der mit einem Auto durch Jamaika fuhr.
Noch heute kann man prächtige Häuser und Schnitzereien an den Giebeln bewundern. Entlang der Uferstraße High Street gibt es viele Häuser mit Balkonen. Die größte Attraktion des Ortes ist die Flussfahrt. 70 Kilometer ist der Black River lang und seinen Namen trägt er nicht umsonst. Er scheint rabenschwarz zu sein, doch geht man näher heran erkannt man, dass das Wasser glasklar ist. Der Grund des Flusses ist so schwarz und lässt ihn daher so dunkel aussehen. Das Ufer ist vor allem mit Schilf und Mangroven bewachsen, in denen zahlreiche Vogelarten ihr zu Hause finden. Von außen ist das Gebiet unzugänglich und somit ein Stück unberührte Natur.
Auf der langen Flussfahrt kann man die eigentlichen Attraktionen kennen lernen. Die Krokodile kommen nahe an das Boot heran, doch man braucht sich nicht zu sorgen. Die Tiere sind nicht aggressiv und fressen vorwiegend Fisch und Vögel. Außerdem sind sie an die Bootsfahrer und die Touristen gewöhnt. Einige fressen den Freudenführern sogar aus der Hand und lassen sich streicheln. So kann man die sonst so gefährlichen Tiere aus engster Nähe betrachten. Solch eine Tour dauert etwa 1 ½ Stunden und wird direkt an den Ufern des Flusses gestartet.
Die Stadt Black River wirkt auf den ersten Blick nicht wie eine große Stadt, sondern eher wie ein Dorf. Dennoch gibt es viele Touristen, die in den Straßen und auf dem Fluss Jamaika näher kennen lernen wollen. Dennoch ist die Stadt nicht so sehr vom Tourismus beherrscht wie zum Beispiel Negril oder Kingston.
