Die vielfältigen Bräuche der unterschiedlichsten Religionen
Die Einwohner Jamaikas sind sehr religiös und haben sich die Geschichten und Sagen ihrer Vorfahren erhalten. Aus diesem Grund werden auf der Insel bis zu einhundert verschiedene Kulturen praktiziert. Die Jamaikaner sind sehr abergläubisch und glauben beispielsweise an Geister. Aus diesem Grund verfolgen sie zahlreiche Strategien, um sich von diesen Geistern zu befreien. Somit wird das Besteck überkreuzt auf den Tisch gelegt oder eine Bibel neben das Bett des Kindes gelegt, damit deren Schlaf geschützt wird. Zudem gibt es zahlreiche Heiler, die Krankheiten mit ihren geheimen Mixturen vertreiben wollen.
Vielfalt der Religionen
Die Religionen sind auf Jamaika in jedem Bereich anzutreffen und nehmen somit Einfluss auf Zeremonien, das politische Leben sowie die Wirschaft. Das Land ist überwiegend christlich geprägt und verfügt über große Gruppen von Baptisten, Katholiken oder Anglikanern. Der Islam und das Judentum sind ebenfalls vertreten, kommen aber lediglich in geringer Zahl vor. Die Vielfalt des nationalen Erbes ist somit sehr groß. Außerdem belegt das Guiness Buch der Rekorde, dass Jamaika das Land mit den meisten Kirchen pro Quadratkilometer ist. Die Jamaikaner glauben fest an eine höhere Gewalt sowie an die Sterblichkeit des Menschen. Sie verbringen somit sehr viel Zeit in der Kirche und sind voll und ganz von ihrem Glauben überzeugt. Besonders am Sonntag wird der Einfluss der unterschiedlichen Religionen ersichtlich. Während der morgendlichen Versammlung sind Männer mit Filzhüten, dunklen Anzügen sowie polierten Schuhen und einem gestärkten Hemd anzutreffen. Die Frauen tragen farbige Kleider, die von lokalen Näherinnen angefertigt wurden. In den ländlichen Gegenden sind bevorzugt Anhänger der Auferstehungssekte anzutreffen, die in weißen Gewändern gekleidet sind sowie die Köpfe in Rot, Weiß oder Grün tragen. Sie singen und bewegen sich im Rhythmus der Trommeln und Tamburins.
Religiöse Gruppen auf Jamaika:
- Anglikaner
- Baptisten
- Katholiken
- Methodisten
- Presbyterianer
- Pfingstkirchler
- Quäker
- wissenschaftsgläubige Christentum
- Pocomania
- Kumina
- Rastafari
- Voodoo
Die Entstehung von Rastafari und Pocomania
Die vielfältigen kulturellen Vermischungen ließen religiöse Formen wie Rastafari und Pocomania entstehen. Diese waren auch Werkzeuge der Rebellion in der Kolonialzeit und richteten sich gegen den Status quo. Die Pocomania bewegen sich zu dem heiligen Boden und sind mit Flaggen versehenen Bambusstangen gekennzeichnet, um den Gottheiten unter der Führung des “Schäfers” und der “Mutter” Trankopfer anzubieten. Kunstvolle Zeremonien, die Obst, süße Brote sowie Lebensmittel und farbige Kerzen bereithalten, werden als Fürbitte für Segnungen in Form von Schutz, Erneuerung und Heilung durchgeführt.
Die Anhänger des Rastafaris werden an ihren zeremoniellen Roben, Turbanen, Wollmützen und Stäben, die mit dem Rot, Grün und Gold der Flagge Äthiopiens versehen sind, erkannt. Diese Farben sind ein äußerer Ausdruck ihrer Identität und werden aus Respekt vor dem Vaterland getragen. Die Rastatrommeln und Gesänge dienen dazu, die Verbindung mit Ras Tafari zu erneuern. Die ergreifende Botschaft der Repatriierung ist dabei immer auf den Lippen. Rastafari entstand in den 1930er Jahren aus dem Christentum und weist zahlreiche alttestamentliche Bezüge auf. In Verbindung mit der Gründung der Rastafari-Bewegung steht Marcus Garvey. Er ist der Gründer der Back-to-Africa-Bewegung. Zudem sagte er in den 1920er Jahren die Krönung eines mächtigen schwarzen Königs in Afrika voraus. Die Krönung Haile Selassies zum Kaiser von Äthiopien bestätige diese Prophezeiung im Jahr 1930.
