Musik

Musik in Jamaika

Die Musik auf Jamaika ist ein wichtiger Bestandteil der Kultur und des Lebens. Mit einer Mischung aus einheimischem Wuzeln, dem afrikanischen Rhythmus und der europäischen Genauigkeit sind viele Musikrichtungen entstanden, die Jamaika heute nach außen hin repräsentieren. Neben dem Reggae finden auch Ska und Dacehall ihren Wurzeln auf Jamaika.

Aus diesen Einflüssen und der traditionellen Musik auf Jamaika entstanden Mitte des 20. Jahrhunderts neue Musikrichtungen:

Die Ursprünge der Musik auf Jamaika

Die Bevölkerung durch Sklaven brachte die afrikanische Kultur nach Jamaika und damit auch ihr musikalisches Werbe. Da die Sklaven aus verschiedenen Regionen Afrika stammten, ist auch die mitgebrachte Musik sehr vielseitig. In Afrika und Jamaika ist die Musik eng mit dem Leben verbunden und dient zur Kommunikation und zum Ausdruck verschiedener Gefühle. Hauptsächliches Instrument der Musik auf Jamaika war die Trommel. Sie gilt bis heute als Symbol für die schwarze Solidarität und den Widerstand gegen die Sklaverei. Zur jamaikanischen Volks- und Ritualmusik gehören:

  • Jonkunnu
  • Working-Songs / Ring-Games
  • Kumina
  • Great Revival
  • Pukkumina und Zion
  • Burru
  • Mento

Mento als Grundstein der Musik auf Jamaika

Der Mento entwickelte sich Anfang des 20. Jahrhunderts auf Jamaika und zählt als erste eigene Musikform der Insel. Spätere Musikrichtungen und der traditionelle jamaikanische Volkstanz entwickelten sich aus dem Mento. Es handelt sich hierbei um eine von Banjo oder Gitarre begleitete Tanzmusik, die auch gern von Handtrommeln oder Rasseln komplettiert wird. Die Texte beziehen sich auf alltägliche Ereignisse oder Überlieferungen aus der Vergangenheit. Teilweise waren die Texte der Musik auf Jamaika so anzüglich, dass viele Platten nur unter dem Ladentisch verkauft werden konnten. Gleichzeitig ist die Art, Mento zu tanzen, recht anzüglich und wurde später für langsame Reggae-Musik wiederentdeckt.

Was steckt hinter dem Jamaika Soundsystem?

Die jüngere Generation auf Jamaika war weniger dem Mento, sondern dem amerikanischen Rhythm & Blues verschrieben, den sie über kleine Empfänger aus den Radiostationen Floridas hörten. Gleichzeitig gingen viele Jamaikaner als Saisonarbeiter in die USA und brachten erste R&B-Singles mit auf die Insel. Es entstand ein Geschäft, die Platten an die Landsleute im großen Stile zu verkaufen. Doch die wenigsten Jamaikaner konnten sich derartige Platten oder einen Plattenspieler dazu kaufen. Die selbst ernannten Geschäftsmänner kamen auf die Idee, den Einheimischen die Platten vorzuspielen und fuhren mit Lieferwagen voller Lautsprecher, Verstärker und Plattenspieler auf zentrale Plätze oder an den Strand. Das Jamaika Soundsystem war geboren. Bis heute ist das Soundsystem ein Phänomen, was die populäre Musikszene auf Jamaika weiter prägt.

Dancehall aus Jamaika

Dancehall aus Jamaika baut als Musikrichtung auf den einheimischen Reggae auf und besitzt ebenso Einflüsse des Hip Hop. Der Name leitet sich von den Tanzveranstaltungen und Orten auf Jamaika ab – den Dancehalls.
Einfach mal reinhören (geile Playlist):

Besonderheiten im Dancehall

Beim Dancehall aus Jamaika wird hauptsächlich auf bass- und beatlastigen Musikstücken gesungen. Die Musik selbst wird auf elektronischen Instrumenten produziert, wie beispielsweise Synthesizern oder Drumcomputern. Den Interpreten bezeichnet man als DJ, der entweder zur Musik singt oder toastet (ein bestimmter Sprechgesang). Das Toasten unterscheidet sich vom Rap, da hier der Text rhythmischer und stimmhafter vorgetragen wird. Teilweise kann der Sprechgesang in kleine Melodien übergehen. Typisch für Dancehall ist, dass jeweils eine Strophe gereimt wird auf die letzten Silben im Vers.

Zu den bekanntesten Künstlern im Dancehall auf Jamaika gehören:

Texte und Inhalte des Dancehall aus Jamaika

Dancehall ist im Gegensatz zu anderen Musikrichtungen auf Jamaika kaum religiös ausgerichtet. In den Texten finden sich viele Sexismen und Gewaltverherrlichungen wieder. Auffällig ist auch eine Strömung der Homophobie, die bereits viele Proteste von Schwulenbewegungen auf sich gezogen hat. Bounty Killer und Sizzla machten mit Mordaufrufen gegen Homosexuelle auf sich aufmerksam. Immer wieder kommt das Wort Feuer in den Texten vor. Die Sänger betonen jedoch, dass damit kein wirkliches Verbrennen gemeint ist, sondern vielmehr ein spirituelles Feuer zur Reinigung der Seele.

Elephant Man

O’Neil Morgan Hughlin Bryant nennt sich Elephant Man. Hierbei handelt es sich um einen heut sehr bekannten Dancehall-Deejay aus Jamaika, welcher am 11. September 1976 in Seaview Garden in Jamaika geboren wurde. Elephant Man trug nebenbei noch den Namen Energy God. Dieser wurde von seiner Bühnenpräsenz abgeleitet. Der Dancehall-Sänger ist dafür bekannt, bei seinen Konzerten immer wieder neue Volkstänze zu kreieren. Sein Markenzeichen sind die unübersehbar grell gefärbten Haare, welche zu der dunklen Haut stark wirken.

Bereits im Alter von 13 Jahren bekam er seinen Künstlernamen, welchen er auch nicht mehr aufgegeben hat. Früher bekam er den Spitznamen Dumbo, weil seine Freunde meinten, er hätte so große Ohren wie Dumbo der Elefant. Im Alter von 15 Jahren bekam er aufgrund seines Talents den Namen Deejay. Später dann verschickte Elephant Man verschiedene Aufnahmen an Studios und fand großen Anklang. Jedoch war es letztendlich der erfolgreiche Bounty Killer, welcher ihm zu seiner Karriere verhalf. Bounty Killer war bekannt dafür verschiedene Musiktalente zu fördern und so war es großes Glück, an ihn zu gelangen. Später gründete Elephant Man zusammen mit vier anderen Künstlern mit den Namen Harry Toddler, Boom Dandimite und Nitty Kutchi eine kleine Familie. Die erste Single der Anfänger hieß Big Guns Scare Dem und wurde auf Jamaika ein sehr großer Erfolg. Schon bald nannte sich die Familie in Scare Dem Crew um und wurden auch noch im karibischen Raum bekannt. Später traten sie auf Festivals in ganz Europa auf.

Im Jahr 1999 trennten sich die Mitglieder im Streit. So startete Elephant Man wieder eine Solokarriere und 1995 veröffentlichte er schon viele Tracks auf diversen Labels. Heng Them war seine erste Single unter dem Künstlernamen. 2003 folgte beispielsweise eine Single mit dem Namen Shake Baby Shake, welche er zusammen mit Seeed zusammen aufgenommen hat. Aber auch Mit Rihanna hat er vor nicht all zu vielen Jahren einen Song mit dem Namen Pon De Replay auf den Markt gebracht. Alle diese Tracks waren weltweit bekannt und sorgten bei den Menschen für eine ausgelassene Stimmung.
Allerdings lief es zwischen durch nicht immer so gut für den Elephant Man. 2009 mussten alle seine Konzerte in Deutschland abgesagt werden, da seine Texte als jugendgefährdend eingestuft wurden. In der Reggae Szene ist Elephant man aber sehr beliebt. Eine Indizierung steigert wohl nur den Erfolg dieses herausragenden jamaikanischen Künstlers.

Ska aus Jamaika

Ska entstand als Tanzmusik auf Jamaika in den späten 1950er Jahren. Von da an gab es drei größere Wellen in der Musikgeschichte Jamaikas, die von Ska geprägt wurden. Später entstand genau aus dieser Musikrichtung der Reggae.

Hört doch mal rein:

Entstehung von Ska auf Jamaika

Die erste Welle des Ska auf Jamaika geht auf die armen Wohnviertel in Kingston zurück. Beeinflusst wurde diese Musik vom amerikanischen Rhythm and Blues und dem Jazz. Die erste Gruppe waren die Skatalites, von denen der Name der Musikrichtung abgeleitet werden kann. Im Zuge der Unabhängigkeit des Landes im Jahr 1962 sangen die Interpreten von einer vielversprechenden Zukunft und gaben sich optimistisch. Mit der Verschlechterung der Lebensbedingungen thematisierten die Künstler auch zunehmen soziale Probleme. Danach bereitete sich der Ska zunehmen in England aus, in den armen Wohnvierteln Londons.

Zu den klassischen Ska-Künstlern gehörten unter anderen:

  • Desmond Dekker
  • The Maytals
  • Justin Ghinds
  • Judge Dread

Zusammensetzung einer Ska-Band

Eine Skaband besteht üblicherweise nur aus einer Rhythmusgruppe. Gitarren, Bass, Schlagzeug und eine Orgel oder ein Klavier sind immer in einer traditionellen Ska-Band vertreten. Hinzukommen Blasinstrumente, wie Trompete, Posaune oder das Saxophon. Der passende Tanz zum Ska auf Jamaika hat einen eigenen Namen erhalten mit Skank.

Reggae aus Jamaika

Über den Ursprung des Namens dieser Musikstilrichtung ist man sich uneins, doch fest steht, dass er aus Rocksteady, Ska und Mento entstanden ist.

Aktuelle Reggae Musik macht zum Beispiel Busy Signal:

Der bekannteste Vertreter der Reggae Music ist Bob Marley. Der 1945 geborene Jamaikaner prägte die Reggae Musik, die auch den europäischen Markt sehr schnell eroberte. Legten die Diskjockeys seinen Buffalo Soldier auf, dann konnten sie sich sicher sein, dass die Tanzflächen schnell gestürmt wurden. Seit dem auf Bob Marley im Vorfeld des 1976 durchgeführten Smile Jamaica Konzert gilt Bob Marley in seiner Heimat als Nationalheld.

Geschichte des Reggae

Reggae war in der Anfangsphase auch religiös geprägt. Viele Menschen sahen diese Musik als Identifikation mit Rastafari an. Rastafari, oft auch kurz als Rasta bezeichnet, lehnt sich vom Glauben her sehr stark an den christlichen Lehren an. Die dort beinhaltete Heilerwartungslehre wurde Bob Marley zum Verhängnis als er nach einer schweren Verletzung eine ärztliche Behandlung ablehnte.

Bob Marley in Jamaika

Bob Marley -Godfather of Reggae

Im Laufe der Zeit veränderte sich der Reggae. Dieser Wandel ist auch der kommerziellen Verwertung dieser Musik zuzuschreiben. Heute dominiert Dub, eine Unterart des Reggae, die sehr viele elektronische Effekte mit einbezieht. Auch hier zählte der Jamaikaner Bob Marley zu den künstlerischen Vorreitern. Dub ist auch gekennzeichnet durch die Konzentration auf die rein instrumentale Musik. Der Gesang tritt dabei fast völlig in den Hintergrund. Gitarre, Keybord und elektronisch erzeugte Klänge dominieren den charakteristischen Beat der Reggae Musik, der auch als Offbeat bezeichnet wird und eher die Zwischentakte betont.

Ableger des Reggae auf Jamaika

Zu den modernen Ablegern des Reggaes zählt auch der Hiphop und der Dancehall Reggae. Schon die Bezeichnung legt zu Recht nahe, dass es sich dabei um eine rhythmusbetonte und dadurch gut tanzbare Musik handelt. Wer sich als Europäer wundert, dass er die Texte kaum versteht, sollte einen Blick in ein kreolisches Wörterbuch werfen. Zu den klassischen Inhalten der Reggae Musik zählten sozialkritische Texte. Heute haben sich zwei Trendrichtungen gebildet. Während die einen Musiker Texte bevorzugen, die sich der Gewaltverherrlichung widmen, hat sich eine größere Gruppe von Reggae Fans auch wieder auf die traditionellen Inhalte besonnen.

Bob Marley – Leben eines Reggae Künstlers

Seine schwarze Mutter, die ihn mit 18 Jahre bekommen hat, und sein weißer Vater, der verstarb, als Marley zehn Jahre alt war, sorgten mit ihrer Hochzeit für einen Skandal, der soweit reichte, dass sein Vater aus der Armee aus zu treten hatte. Bob Marley wuchs mit okkulten Vorstellungen zu Magie, Kobolden und Geistern auf. Als die Arbeitsmarktlage in Rhoden Hall, wo Marley mit seiner Mutter lebte, bedrohlicher wurde, zogen sie nach Kingston in den Stadtteil Trenchtown.

Bob Marley Bild

Robert Nesta – Bob – Marley

Bob Marleys Mutter wünschte, als er 16 Jahre alt war, dass er soll Mechaniker wird. Nach einigen Jahren als solcher wollte Marley Musiker sein. Trenchtown gehörte zu den Armenvierteln Kingstons, was für viele Jugendliche bedeutete, in der Musik einen Fluchtweg von Gewalt und Armut zu finden. So auch Jimmy Cliff, mit dem BobMarley Musik machte, allerdings war der örtliche Musikproduzent Leslie Kong nicht gerade von Erfolg geprägt, sodass sie sich von ihm trennten. Als Neville O’Reilly Livingston in sein Leben trat, hielt Joe Higgs, jamaikanischer Sänger, einen Musik-Kurs ab, an dem beide teilnahmen. Hier begegneten sie Peter Tosh und sie knüpften Freundschaft.

Die Musik von Bob Marley – Viele Einflüsse

Holzfigur am Haus von Bob Marley

Mit einer weiteren Riege an Musikern schlossen sie sich 1963 zu der Band „The Teenagers“ zusammen; später nannten sie sich mehrere Male um, bis der Bandname „The Wailers“ entstand. Ska-Elemente bewegten sich in der Musik. Ergänzt wurden diese durch afrikanisch-jamaikanische Volksmusik. Als Lee Perry sich zu der Band gesellte, wurde der Ska-Beat etwas langsamer, woraus Reggae entstand. Die bis dahin fremden Klänge und die Texte voller Leidenschaft gefielen dem Publikum. Bob Marley konnte nicht nur seine in der Zwischenzeit um eine Frau und zwei Kinder bereicherte Familie ernähren, sondern sich ein Auto leisten und das Haus herrichten. Kein geringerer als der damals noch unpopuläre Bruce Springsteen war es, der die Band auf Tourneen begleitete. Streitigkeiten zwangen die Band dazu, sich von Neville und Winston zu trennen. Bandmitglieder kamen und gingen, während Bob Marley sich ebenfalls einer Solokarriere widmete.

Robert Nesta Marleys Texte – Sinnbild seiner selbst ?

Marleys Texte beinhalten auch weltliche Themen, Liebe und Freundschaft, doch viele Stücke befassen sich mit der Rastafari-Religion, die Marley durch seine Musik in die Welt trug. Verständlich, dass die Religionsanhänger Marley als Prophet ansehen. In westeuropäischen und nordamerikanischen Teilen fand Marley in den 70er Jahren als revolutionärer Freiheitskämpfer Anklang. Marley schien neben Che Guevara den Freiheitsgeist zu prägen. Nur selten bezogen sich seine Songs tatsächlich auf Politik, für die er sich nach eigenen Aussagen nicht interessiere. Mit Befreiung der Schwarzen meinte er religiöse Inhalte. BobMarley sah sich ab Mitte der 60er Jahre der Rastafari-Religion zugetan, sodass er vom Christentum konvertierte. Inhalt dieser Lehre ist es, dass Schwarze nicht unterdrückt werden und nach Afrika heimkehren. Die Dreadlocks sind ein typisches Zeichen dieser Religion, die große Einflüsse auf Marleys Musik und Leben nahm. Das Alte Testament war immer Inhalt seiner Interviews, während sich die Texte seiner Musik mystisch-religiös zeigten.

Rita Anderson trat in seiner Jugend in Marleys Leben; 1966 heirateten die beiden. Vier Kinder entstanden aus dieser Ehe und ein weiteres adoptierte das Paar. Drei ihrer Kinder gründeten eine Reggea-Band, die sich „Ziggy Marley & the Melody Makers“ nannte. Kurzzeitig zog es Marley nach Amerika, um seine Mutter zu besuchen und zu arbeiten. Allerdings kehrte er bald zurück in seine Heimat Jamaika. Kinder schienen Marleys große Leidenschaft –  neben seiner Musik natürlich: Zu zwölf Kindern bekannte sich der Musiker. Eines davon war adoptiert; elf leibliche Kinder sind der Öffentlichkeit bekannt; sieben davon während der Ehe mit seiner Frau Rita. In seiner Heimat gehen Gerüchte herum, es seien noch viel mehr, man hört Zahlen zwischen 22 und 46 Kinder, die Marley gezeugt haben soll. Musik scheint ihnen jedenfalls im Blut zu liegen; drei seiner sieben unehelichen Kinder sind erfolgreiche Solo-Reggae-Musiker.
Als Marley 1976 einem Konzert zusagte, durch welches er sich indirekt als Sympathisant einer jamaikanischen Partei erklärte, kam bald darauf ein Anschlag in seinem Haus. Bob Marleys Frau, sein Manager und er selbst erlitten Schusswunden. Bis heute kann man politische Hintergründe nur vermuten.

Bekannte Alben von Bob Marley:

Als im Herbst 1980 der Durchbruch mit seiner Band The Commodores endgültig gelang, wurde ihm Hautkrebs diagnostiziert. Zu einer Therapie wurde er nach Rottach-Egern in Bayern überführt, verlor hier seine Dreadlocks und wurde währenddessen Mitglied der äthiopisch-orthodoxen Tewahedo-Kirche. Seither hörte Marley auf den Namen Berhane Selassie. Die Ärzte in Deutschland waren machtlos, sodass Marley nach Hause wollte, um dort zu sterben. Am 11. Mai gab es einen Zwischenstopp in Florida, wo er einen Schwächeanfall erlitt und verstarb.

Auch Marley Kinder Produzieren Reggae Musik


Busy Signal – Dancehall aus Jamaika

Busy Signal ist ein jamaikanischer Dancehall-Künstler und wurde mit dem bürgerlichen Namen Reanno Gordon am 24. Januar 1983 in Jamaika geboren. Der Künstlername steht im englischen für den Besetztton beim Telefonieren. Erhalten hat Reanno den Namen von seinen Freunden, da er ständig beschäftigt war, wenn sie ihn anrufen wollten.

Step Out war die erste Single, welche Busy Signal vorstellte. Schon bald standen ihm alle Wege offen, ein Superstar zu werden. Am Anfang gab es zwar Zweifel, denn der Song war nicht nach den üblichen Riddims zu singen. Busy setzte auf ausgefeilte Songwritings, Storytellings und auf speziell zugeschnittene Produktionen, welche zu seinen Tracks genau passen. Der Künstler erklärte, dass er es nicht leiden könne, selbst etwas zu schreiben. Er war bisher immer der Meinung, dass der den Stift beiseitelassen könnte, da er seine Lyrics im Kopf hat und noch dazu etwas Talent zum Freestyling besitzt. Bereits in der Schule sicherte er sich viele Fans, da er von sich behauptete, all die Texte seines Idols Bounty Killer auswendig zu kennen.

Die Wege zum Dacehall

Ab etwa dem Jahr 2003 mischte Busy Signal die Dancehall-Szene auf und dies auch mit seinen eigenem Material im Gepäck. Unter den Augen von Bounty Killers Alliance unter denen sich auch Elephant Man, Mavado und Wayne Marshall befanden, mache Busy seine ersten Karriereschritte und alle waren von ihm direkt begeistert. Aus einem öffentlichen Streit zwischen Bounty Killer und Beenie Man hält sich Busy Signal aber clever heraus. In diesem Business ist dies auch das Beste, was man tun kann. Noch heut zeugen die Hits Step out oder Born and Grown für große Aufmerksamkeit. Busy Signal mischt bei verschiedenen Festivals mit. Das erste Album von dem Dancehall-Künstler kam im Frühjahr 2006 auf den Markt und seitdem hat er sich fest in diesem Bereich etabliert.

Peter Tosh – The Wailers Head

Peter ToshWinston Hubert McIntosh, der sich später Peter Tosh nannte, wurde am 19. Oktober 1944 in Grange Hill, Jamaika, geboren und verstarb am 11. September 1987 in Kingston, Jamaika, wo er ermordet wurde. Zusammen mit Bob Marley gründete er die Band, die später unter dem Namen „The Wailers“ bekannt wurde. Zwischen 1963 und 1974 war er Mitglied dieser Band, die hauptsächlich religiöse Songs, aber auch weltliche und politische sang.

Belmont wurde Toshs Heimat, als er noch äußerst jung war. Schon damals konnte er sich für Rhythm & Blues im amerikanischen Stil begeistern. Als er 15 Jahre alt war, zog er nach Kingston ins Armenviertel Trenchtown. Hier lernte er Joe Higgs kennen, der im das Gitarre spielen näherbrachte und durch den der temperamentvolle Tosh den Spitznamen Stepping Razor erhielt. Bunny Wailer und Bob Marley traten in Toshs Leben und im Jahre 1963 gründeten sie zusammen mit weiteren Mitgliedern die Band „The Wailers“.

Einige Male änderte sich einiges in der Band: Mitglieder verließen sie, andere kamen hinzu, aber noch im Gründungsjahr sangen sich The Wailers auf Nummer eins in Jamaika. Der Song „Simmer Down“ sorgte für diese Popularität. Toshs erster von ihm gesungener Song war“Hoot Nanny Hoot“. Nicht nur die Bandmitglieder, sondern auch das Plattenlabel änderte sich zwischenzeitlich. Schließlich kam die Band von ihrem eigentlichen Ska-Stil in Richtung Reggae – als erstes Roots-Reggae Album überhaupt ging „Catch a Fire“ in die Musikgeschichte ein und prägte damit Generationen. Wieder wurde das Label gewechselt; Island Records produzierte unter der Leitung von Chris Blackwell solange, bis Bob Marleys Haus als Studio für das eigene Plattenlabel „Tuff Gong“ diente. Aus den daraus entstehenden Erfolgen erhitzten sich die Gemüter der Bandmitglieder so sehr, dass die Spannungen zur Trennung von Peter Tosh führten. Tosh wollte nicht als Backgroundsänger gelten. Zwar neidete er Marley seinen Erfolg nicht, wollte aber doch mit an der Front singen. Die internen Streitigkeiten führten soweit, dass Tosh und Bunny Wailer 1974 ausstiegen. Ihre Freundschaft mit Bob Marley konnte diese Trennung allerdings nicht zerrütten.

Peter Tosh widmete sich nach dem Ausstieg seiner Solokarriere und wurde bei Capitol Records unter Vertrag genommen. „Legalize it“, sein erstes Album, handelt von Toshs Wunsch, dass Marihuana legalisiert wird. Seine Songs aus Wailers-Zeiten nahm Tosh mit seiner neuen Word, Sound and Power Band wieder neu auf und hatte die Ehre, 1978 beim One Love Peace Concert in Kingston aufzutreten. Politisch engagiert, wie Tosh war, bezog er sich bei diesem Auftritt auf die politische Lage und kam nicht umhin, seiner Wut auf Premierminister Michael Manley und Oppositionsführer Edvard Seaga Ausdruck zu verleihen. Die Unterdrückung der Schwarzen und die Legalisierung von Marihuana standen dabei im Fokus Toshs, woraufhin die Polizei ihn wegen Drogenbesitzes festnahm.

Tosh unter Vertrag bei den Stones

Mick Jagger zeigte sich dermaßen angetan von Peter Toshs Konzerten, dass dieser ihm einen Vertrag beim Label der Rolling Stones besorgte. Drei Alben waren die Folge, wobei er im ersten sogar ein Duett mit Jagger singt. Mit den Stones ging Tosh anschließend auf Tour, um danach an den Alben „Mystic Man“ und „Wanted Dread And Alive“, die 1979 und 1981 veröffentlicht wurden, zu arbeiten. Bis ins Jahre 1983 hatte er es zu internationalem Erfolg geschafft und veröffentliche 1987 das Album „No Nuclear War“. Nach dieser Veröffentlichung war eine Tour geplant.

Als das Album veröffentlicht war, kehrte Tosh in sein Heimathaus in Kingston zurück, als eine Gruppe aus drei Männern Tosh überfielen. Einer der drei war Dennis „Leppo“ Lobban, der Tosh kannte. Keiner glaubte ihm, dass er kein Geld im Haus habe. Toshs Haus füllte sich zusehends mit seinen Freunden, die seine Wiederkehr und seinen internationalen Erfolg feiern wollten, als plötzlich zwei Schüsse seitens der Einbrecher fielen und Tosh und DJ Jeff „Free-I“ Dixon in den Tod rissen. Lobbans daraus resultierende Todesstrafe wurde zwischenzeitlich in eine Haftstrafe gewandelt; noch immer kann nicht genau gesagt werden, ob er wirklich der Todesschütze war, was er selbst bestreitet.

Toshs Erbe besteht nicht nur aus seiner heute noch lebendigen, leidenschaftlichen Musik, sondern auch aus seinem Sohn Andrew. Dieser ist ebenfalls Reggae-Musiker und bringt den Stolz auf seinen verstorbenen Vater immer wieder in seinen Songs zum Ausdruck. Im Jahre 2004 setzte er seinem Dad Peter Tosh ein Monument, als er das Album „Andrew Sings Tosh: He Never Died“ herausbrachte.

Richie Spice

Richie Spice wurde am 8. September im Jahr 1971 in Saint Andrew auf Jamaika geboren. Aber dies nicht mit dem Namen Richie Spice, sondern mit dem bürgerlichen Namen Richell Bonner.

Musik hatte in der Familie von Richie Spice schon immer eine große Bedeutung. Bereits seine Brüder waren im Dancehall aktiv und somit konnte er sich einfach inspirieren lassen. Damals nahm ihn sein Bruder Spanner Banner mit ins Studio, denn er war bereits Artist und konnte ihm somit ein paar Produzenten vorstellen. Da wurden über einige Zeit Beziehungen geknüpft und dies führte letztendlich zu einer ersten Debüt-Single mit dem Namen Killing a Sound, welche zudem noch von Dennis Star Hayes produziert wurde. Auf die nächsten Single mussten die ersten Fans nicht lange warten. Diese folgte kurze Zeit später mit dem Namen Shine. Produziert wurde diese Single aber diesmal von dem Musiker und Produzenten Clive Hunt. Im Jahr 2000 wurde dann das erste Album produziert und auf den Markt gebracht. Es trug den Namen Universal und beinhaltete insgesamt 18 Titel, welche von Richie Spice vorgetragen wurden. Es haben bei dem Album viele Produzenten mitgewirkt. Nach einiger Zeit holte man zu den weiteren Studioaufnahmen noch Gäste wie Jah Mason oder Shaggy hinzu und somit wurde ein weiteres Album ins Leben gerufen. Der erste Hit auf diesem Album hieß Grooving My Girl und war so ziemlich das erste Liebeslied und erhielt zudem noch gute Kritik.

Es dauerte nicht lange und Richie Spice trat mit seinen Tracks auf diversen Festivals auf. Noch dazu tourte er mit seinen Brüdern Spanner Banner und Pliers durch Europa und sogar Nordamerika. Seit dem Jahr 2004 steht Richie Spice bei dem Plattenlabel 5th Element Records unter Vertrag. Seine Texte kommen bei den meisten Menschen gut an, denn sie handeln über Probleme in Jamaika wie beispielsweise krieg, Rassenfeindlichkeit oder Kriminalität. Zudem erzählt er in den Texten, dass Kinder unbedingt zur Schule gehen sollen, um sich eine sichere Zukunft aufbauen zu können. Das letzte Album von Richie Spice kam im Jahr 2008 auf den Markt und trug den Namen Gideon Boot.

Tarrus Riley

Tarrus Riley ist der Künstlername von Omar Riley, welcher im Jahr 1979 in der Nähe von New York City geboren ist. Heut ist er jamaikanischer-amerikanischer Reggae-Sänger, welcher sich mit seiner Musik einen Namen verschafft hat.

Bild von Tarrus Riley
Photo: tarrusriley.com

Riley ist der Sohn von dem Sänger Veteran Jimmy Riley und der Krankenschwester Lavern Tathem-Riley. Geboren wurde er in Bronx und aufgewachsen ist er dann mit seinen Eltern in Florida. Da begann er sehr zeitig an seiner musikalischen Karriere zu arbeiten und produzierte Tracks zusammen mit Busta Rhymes. Obwohl der Vater so berühmt war, ist Tarrus Riley immer auf den Boden der Tatsachen geblieben und hat stets versucht, sein eigenes Leben auf die Reihe zu bekommen und dies ohne Hilfe seines Vaters. Viele Menschen und auch andere Musiker in dem Business haben in dafür bewundert. Dennoch sind die Stimmen von Vater und Sohn sehr ähnlich und beide wurden immer wieder miteinander verglichen.

Tarruy Riley hat Erfolg im Reggae

Die harte Arbeit von Tarrus Riley zahlte sich schnell aus. Bereits im Jahr 2004 kam das erste Album mit dem Namen Challenges auf den Markt. Zwei Jahre später, im Jahr 2006 kam dann schon das zweite Album und das letzte Album kam im Jahr 2009 auf den Markt. Tarrus Riley arbeitete bei seinen Alben mit Damian Marley oder Vybz Kartel zusammen. Riley wurde sogar ein Award für seine musikalische Leistung verliehen. Auch heut ist der Reggae-Sänger auf vielen Festivals auf der Bühne und trägt seine Songs vor auf welche Tarrus Riley sehr stolz ist.

Alben von Tarrus Riley:

  • Contagious(2009)
  • Parables ( 2006)
  • Challenges
Tarrus Riley Promo Bild

Bildquelle: MySpace.com